Die Tafel Idstein

Was wir tun

Das aktuelle Tafelgebäude der Tafel Idstein.
Das aktuelle Tafelgebäude der Tafel Idstein.

Seit 2007 gibt es die Idsteiner Tafel, das ökumenische Kleiderlager seit fast 30 Jahren.

 

Die Idsteiner Tafel ist bisher in einer Holzbaracke (Ecke Schützenhausstr. / Feldbergstr. In Idstein) untergebracht, die auf einem Grundstück mit Wasserschutzschutzzone 1 steht. Das Parken von PKW und Transportern ist nicht möglich, es kommt immer wieder zu Problemen auf umliegenden Straßen.

 

Die Holzbaracke ist – in 2007 liebevoll saniert – inzwischen zu klein und auf Dauer keine Lösung.

 

Aufgrund der problematischen Lage hält die Stadt Idstein den Standort für nicht mehr geeignet und hat daher angeboten, ein Grundstück am Kulturbahnhof zur Verfügung zu stellen, auf welchem ein Neubau errichtet werden soll.


Idsteiner Tafel versorgt seit bald zehn Jahren bedürftige Menschen

 

Von Lisa Bolz

 

IDSTEINER ZEITUNG - Frisches Obst und Gemüse, Joghurt und etwas Schokolade, zwei Konserven und ein Fertiggericht mit Nudeln und Tomatensoße. Dazu eine Packung Kekse, Wurstaufschnitt und eine Flasche Shampoo. Überdies gab es am Donnerstag für jeden Kunden der Idsteiner Tafel noch eine Packung Milchreis. Für jene, die die Lebensmittel aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst abholen können, steht am Vormittag schon eine sorgsam gepackte Kiste zur Abfahrt bereit. Diesen Bringdienst, den es im Untertaunus nur in Idstein gibt, nehmen zurzeit 14 Personen in Anspruch. Dass sie beim Verteilen der Lebensmittel auf die besonderen Bedürfnisse ihrer Kunden achten müssen, ist für die ehrenamtlichen Helfer selbstverständlich. „Wir müssen auf Diabetiker achten, Muslime bekommen natürlich kein Schweinefleisch“, erklärt Martine Dollé-Anders, die mit ihrem Mann Klaus Anders die Idsteiner Tafel vor bald zehn Jahren ins Leben gerufen hat.

 

 

Verteilen statt vernichten.

 

 

Während im Hof die ersten Kunden warten, sortieren die zahlreichen Helfer im Lagerraum mit den großen Metalltischen noch die ausrangierte Ware aus den Supermärkten. Viel Obst und Gemüse kommt aus den Läden, denn einen Salat mit welken Blättern kauft an der Frischetheke niemand mehr. Sind die unschönen Stellen entfernt, sehen Obst und Gemüse wieder aus wie neu. Bestehen die Lebensmittel jedoch nicht den kritischen Blick der Helfer, werden sie entsorgt. „Verteilen statt vernichten“, erklärt Tafelkoordinatorin Nana Schätzlein das Prinzip. „Die Tafeln sorgen für einen Ausgleich und geben die einwandfreie Ware aus der Überproduktion weiter an bedürftige Menschen.“ Das sind Alleinerziehende, Hartz-IV-Empfänger, Rentner oder Menschen mit sehr geringem Einkommen. Im vergangenen Jahr sind auch einige Flüchtlinge dazugekommen.

 

 

In der Idsteiner Tafel helfen momentan 130 Ehrenamtliche im Büro, als Fahrer, im Bringdienst, in der Ausgabe oder beim Sortieren der Lebensmittel. Da muss jeder Handgriff sitzen, denn viel Platz zum Arbeiten gibt es in dem kleinen Gebäude nicht. Martine Dollé-Anders erinnert sich noch gut daran, wie es 2007 mit der Holzbaracke angefangen hat. „Das Gebäude hat 30 Jahre lang leer gestanden und durch die vernagelten Fenster ist der Efeu gewachsen.“ Die Instandsetzung dauerte ein halbes Jahr. „Wir waren jeden Tag da und wurden von Freunden unterstützt. Die Handwerker haben nur das Material berechnet und die Stadt hat uns das Dach bezahlt.“ Zur ersten Ausgabe kamen über 400 Kunden.

 

Mit dem Gebäude verbindet Martine Dollé-Anders viele schöne Erinnerungen. Trotzdem sei der Umzug der Tafel in ein geeigneteres Gebäude absolut notwendig, denn das Gebäude steht auf dem Gelände einer Wasserschutzzone. Weil sich unter dem Grundstück ein Brunnen zur Trinkwassergewinnung befindet, dürfen dort keine Fahrzeuge geparkt werden. Das habe in der Vergangenheit immer wieder zu Problemen geführt. Daher planen die Diakonie Hessen und das Diakonische Werk Rheingau-Taunus einen Neubau auf dem Gelände des ehemaligen Idsteiner Güterbahnhofs, in dem künftig auch die ökumenische Kleiderkammer untergebracht werden soll. Die Stadt stellt das Grundstück kostenfrei in Erbbaurecht zur Verfügung und beteiligt sich mit dem Förderprogramm zum „Stadtumbau West“ an der Finanzierung.

  

 

Die Kosten für das Gesamtprojekt belaufen sich auf rund 550 000 Euro.

Die Leiterin des Diakonischen Werks Rheingau-Taunus hofft darauf, das zehnjährige Bestehen der Idsteiner Tafel 2017 im neuen Gebäude feiern zu können.

 

„Es ist jeden Donnerstag spannend“, erzählt Martine Dollé-Anders von den Herausforderungen ihres Ehrenamts. „Ich gehe morgens aus dem Haus und freue mich auf die Helfer, bin aber auch angespannt.“ Denn die Helfer wissen nie, welche Waren aus den Läden kommen. „Wir freuen uns besonders über haltbare Ware.“ Damit meint sie beispielsweise Nudeln, Reis und Konserven. Kaffee sei auch sehr beliebt. „Das ist selten, weil er so teuer ist.“ Immer benötigt werden außerdem Drogerieartikel und speziell Windeln für Kinder.