Das Ökumenische Kleiderlager Idstein

IDSTEINER ZEITUNG - Internationales Stimmengewirr vor der noch geschlossenen Eingangstür des ökumenischen Kleiderlagers auf dem Gelände von Vitos Kalmenhof in Idstein. Während bereits vor der Öffnung viele bedürftige Menschen - darunter zum Großteil Flüchtlinge, die in der Hexenturmstadt eine Bleibe gefunden haben - ungeduldig auf die Ausgabe der Kleidung warten, läuft die Vorbereitung dafür im kleinen, engen Gebäude bereits auf Hochtouren. Das Team um Elfriede Michel - die engagierte Idsteinerin ist seit Eröffnung dieser Anlaufstelle dabei - sortiert Kleidung, Spielzeug oder auch nützliche kleine Dinge für den Haushalt. "Es kommen im Schnitt so zwischen 30 und 40 Menschen zu uns. Damit die Ausgabe ruhig und gut abgewickelt werden kann, müssen wir eben alles sorgsam vorher organisieren", erklärt Elfriede Michel.

Foto: wita/Mallmann
Foto: wita/Mallmann

Seit 1984 in Betrieb

 

Das Kleiderlager der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden Idstein existiert seit 1984. Es wurde am 14. Mai vor 31 Jahren eröffnet. Zuvor beschloss die Idsteiner Stadtverordnetenversammlung 1982 darüber: Die Stadt soll für das Kleiderlager einen Raum zur Verfügung stellen. Wenig später vereinbarten die evangelische und katholische Kirche eine ökumenische Zusammenarbeit für dieses Projekt. Das Kleiderlager zog unterm Dach der alten Idsteiner Feuerwache ein (heute Idsteiner Brauhaus). 2004 siedelte das Kleiderlager in die heutigen, damals alten und abgenutzten Räume eines kleinen Kalmenhofgebäudes über. "Die aktuellen Räume des Kleiderlagers sind nicht mehr zeitgemäß. Wir brauchen einfach bessere, größere und zweckmäßigere Räume", sagt Elfriede Michel - nachdrücklich.

 

Bürgerspenden von Bekleidung, Bettwäsche, Tischdecken, Gardinen, Schuhen und Haushaltsgegenständen bieten seit dieser Zeit die Möglichkeit, den bedürftigen Menschen - ähnlich wie bei der Idsteiner Tafel - unbürokratisch zu helfen. "Das kostenlose Kleiderlager ist offen für alle, die Unterstützung brauchen, egal ob Deutsche oder Ausländer", betont Elfriede Michel. Die Ausgabestelle gegenüber des Sternensaals des Vitos-Kalmenhofs ist auch Annahmestelle. Spendenannahme ist immer am ersten Donnerstag im Monat von 15 bis 17 Uhr, Ausgabe immer am vierten Donnerstag im Monat, ebenfalls von 15 bis 17 Uhr.

 

"Wir spüren natürlich die erhöhte Nachfrage durch die neuen Flüchtlinge. Sie kommen stetig. Es sind Menschen aus Eritrea, Afghanistan, dem Kosovo oder aus Syrien", weiß Gerda Nixdorf, eine andere langjährige ehrenamtliche Mitstreiterin, die seit 1986 im Team dabei ist. Die Betreuerinnen achten darauf, dass die Kunden nur Kleidung oder Bettwäsche erhalten, die ihrer Familienanzahl angemessen ist. "Schließlich wollen ja auch noch andere Kunden etwas abbekommen", so Helferin Annette Hies.

 

Es werden auch nicht alle Kunden auf einmal hineingelassen, sondern immer nur fünf Menschen im Wechsel. "Sonst würde hier Chaos herrschen", so Gerda Nixdorf. Es läuft nicht immer alles rund: Das Kleiderlager ist sehr beengt untergebracht. Das macht das Sortieren und Aufhängen der Kleidung schwierig. Außerdem liefern viele Spender kaputte oder verschmutzte Kleidung ab, stellen die Säcke auch mal einfach vor die Tür. Das produziert Ärger - und vor allem Mehrarbeit für das Kleiderlager-Team. "Wir müssen ja die zerfledderten Sachen dann wieder entsorgen", so Elfriede Michel.

 

Von Volker Stavenow

Kontakt:
Elfriede Michel, Telefon: 06126 - 52560
Uschi Busse, Telefon: 06126 - 51513